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Der Stollen ist jetzt 620 Meter lang Geologen, Archäologen und Höhlenforscher gemeinsam im Einsatz / Die heilige Barbara beschützt den "Teufelsgrund" Münstertal. Anlass für die Frühjahrsbefahrung des Schaubergwerks durch Bergfachleute und Kommunalprominenz war zum einen die erfolgreiche Erweiterung des Besucherstollens, zum anderen die Eröffnung der neuen Besuchersaison noch vor den Osterferien. Bergwerksführer oskar Burgert bewertete die in den Wintermonaten ausgeführten Verbesserungen im Schaubergwerk als sehens- und besuchenswert. Der gesamte Gehbreich in dem rund 100 auf 620 meter verlängerten Stollen wurde trockengelegt und kann jetzt auch von gehbehinderten Personen und Rollstuhlfahrern benutzt werden. Deutlich verbesert wurde die Ausleuchtung im Hauptstollen mit Blick in die Firste nach oben, in die Tiefenspalten und in die Seitennischen. Über Steigleitern kann teilweise direkt in die höher liegenden Abbaue eingestiegen werden. Eine Aufwertung erfuhren auch die Hinweisschilder an den einzelnen Ausstelungsstücken- eine Arbeit, für die vor allem Christian Pöcher aus Stegen verantwortlich zeichnet. Wichtige Utensilien und Kleingeräte aus der zeit des vormaligen Bergbaus hat der Hobby-Mineraloge Walter Konrad aus der march zusammengetragen und in einer ansprechenden gestalteten Vitrine in der Maschinenhalle im Berginneren ausgestellt. Ebenfalls aus seiner Hand stammt die komplette Erneuerung und Beleuchtung eines Regals mit fluorezierender mineralien in einer seperaten Stollennische. Gefehlt hat im bergwerk bisher die von den Bergleuten hoch verehrte heillige Barbara. Die ließ den Hobby-Geologen und Forststudenten Markus Herbener nicht ruhen, bis er via Internet fündig wurde und eine gusseiserne Heiligenstatue auftrieb. Diese rund 35 zentimeter große Figur hat in einem kleinen Mineraliengang am Fuße eines Erzmahlsteins und unweit des künftigen Stollen-Bahnhofs ein würdiges neues Zuhause gefunden. Bei der Frühjahrsbefahrung weihte Pfarrer Johannes Zlotos das Bildnis der heiligen Barbara feierlich ein. Wie bergwerksführer Oskar Burgert erläuterte, war die verlängerung des Besucherstollens um rund einhundert Meter nur möglich durch die "Speläologische Trogloxene Markgräflerland e.V." - kürzer auch als Markgräfler Höhlenforscher bekannt. Diese Truppe von etwa einem Dutzend aktiver Höhlenforscher absolvierte unter der Leitung von Bobo Oettlin in den vergangenen Wintermonaten ehrenamtlich einige hundert Stunden im Berg. Wo erforderlich, wurde gesprengt, hängendes Gestein wurde abgeklopft, Stahlgitter wurden über Abgründe einbetoniert, Beleuchtungskörper wurden instaliert, Drainagen wurden verlegt, alte Schienen wurden entfernt und eine neue Kiesstraße wurde eingebracht. Unter nassem Sand, Schlamm und geröll stießen die ehrenamtlichen helfer beim weiteren Ausbau des Teufelsgrund-Stollens auf Stoff- und Lederteile, die sich einwandfrei als die Reste eines Bergmannschuhs erwiesen. Vorsichtige Schätzungen der zuständigen Bergfachleute datieren den Fund ins frühe Mittelalter. Es war das erste Mal, dass seit dem Ausbau des Schindlerstollens zu einem Besuchs- und Schaubergwerk ein Kleidungsstück eines Bergmannes gefunden wurde. Dieses wird vorerst in einem Behälter konserviert, in dem dieselben Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen herrschen wie im Stollen. Dass historische Preziose fachgerecht behandelt und aufbewahrt wird, dafür brgt der Archäologe am Institut für Uhr- und Frühgeschichte, Martin Straßburger. In seinen Dank bezog oskar Burgert auch die einheimischen ehrenamtlichen Helfer Markus Herbener, Roland Kottal und markus Zimmermann mit ein, die mit großem Idealismus eine nicht ganz ungefährliche Arbeit in den alten Abbauen verrichten. Jederzeit Unterstützung erfuhr die Ausbautruppe im Berg auch von Bauhofleiter Bernhard Ebner. Lob gab es für Tontechniker und Moderator Rainer Schraml sowie Kameramann Jürgen Baumeister, die eine neue dreisprachige (deutsch, englisch, französich) Video-Präsentation - deren Qualität sich alle Besucher im Empfangsgebäude des Schaubergwerks überzeugen konnten. Bürgermeisterstellvertreter Michael Steinbrunner und der neue Chef der tourist-Information, Thilo Künle, zeigten sich von der Neuerung im "Teufelsgrund" sehr angetan. Mit dem bergmänischen "Glück Auf" wünschten sie dem Schaubergwerk für die neue Saison viele Interessenten und Besuchern eine erlebnisreiche Einfahrt in den Berg und einen kurzweilligen Gang durch die Geschichte unserer Heimat. Die Bergwerksleitung und die örtliche Kurverwaltung planen für Anfang August dieses Jahres eine Sonderausstellung über sehenswerte Geräte und Fundstücke aus der Zeit des jahrhundertelangen Bergbaus im Münstertal.
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